SchülerInnenzeitung - Jugendzeitung

Geschrieben von chris am 19. May 2008 | Abgelegt unter Medientage

Sonntag um 11:45 Uhr hieß es SchülerInnenzeitungswettbewerb im Hörsaalzentrum am Unicampus, der heuer zum dritten Mal von der Jugendpresse Österreich veranstaltet wurde. Die Gewinnenden der einzelnen Kategorien „Unterstufe Print“, „Oberstufe Print“, „Jugendzeitung“ und „Onlinezeitung“ stellten sich bei der Abschlussveranstaltung einem breiten Publikum vor.

Aus den 51 Einsendungen wurden von einer hoch­rangierten Fachjury die besten Zeitungen der jeweiligen Kategorie ausgewählt. Dieses Jahr entschied die Organisation keine Platzierungen vorzunehmen, sondern besonderes Engagement in den einzelnen Projekten hervorzuheben, da jede Zeitung selbst ein Gewinn für die österreichische Medienlandschaft ist.

In der Kategorie „Unterstufe Print“ stach der Lunzer­ Schulexpress der HS Lunz/NÖ besonders heraus, da die SchülerInnen trotz ihres Alters komplexe ­Themen genauestens recherchierten. Der Umfang von 60 S­eiten, sowie dessen qualitative Füllung, konnte die Zeitung „das Konzept“ des BG/BRG Zwettl/NÖ die Aufmerksamkeit der Jury in der Kategorie „Oberstufe Print“ auf sich zu ziehen. Bei den „Jugenzeitungen“ fiel Schnipsel nicht nur durchs „Schnipsellayout“ auf, sondern ließ auch durch transnationalen Vertrieb nach Deutschland und in die Schweiz aufhorchen. Bei den „Onlinezeitungen“ überzeugte „benchmark7“ der BHAK Steyr/OÖ mit einem übersichtlichen und ausgewogenen Inhalt. „Sesam öffen dich…“ von Franziska­ Severin und Nura Zamani wurde von der Jury in keine Kategorie gestellt, da die Zeitung von Jugendlichen als autodidaktes Magazin für Volksschulkinder ent­wickelt wurde. Für dieses Engagement gab es von Seiten der Jury einen Sonderpreis.

Damit medieninteressierte Jugendliche die breite­ Vielfalt­ der SchülerInnenzeitungen bzw. Jugendzeitungen bestaunen konnten, fand die dies­jährige Abschlussveranstaltung und Preisverleihung im Rahmen­ der ersten österreichischen Jugendmedientage (JMT) statt. Unter dem tobenden Applaus der 100 Teil­nehmerInnen der JMT nahmen die 21 Redaktionen auf der Bühne ihre Preise - unter anderem mit Handys von A1 und Druckgutscheinen von digitaldruck.at - ent­gegen.

Besuch der Austria Presse Agentur

Geschrieben von Tina am 17. May 2008 | Abgelegt unter Medientage

 Pünktlich um 11 Uhr empfing uns der stellvertretende Chefredakteur der APA, Johannes Bruckenberger, um uns in die Arbeitswelt der österreichischen Nachrichtenagentur einzuführen.

Um uns einen ersten Überblick zu verschaffen, gab es erst einmal eine Einführung in der Eingangshalle der APA, wo auch jeder Zeit Fragen gestellt werden konnten. So erfuhren wir zum Beispiel, dass die APA als unabhängige Agentur fungiert – unabhängig von Staat, Regierung und Politik. Sie befindet sich im Eigentum österreichischer Tageszeitungen (die Kronenzeitung gehört übrigens nicht dazu) und fühlt sich dem Qualitäts-journalismus verpflichtet. Insgesamt entstehen Tag für Tag 600 Meldungen, wovon ca. 300 aus dem Ausland kommen. Neben Berichten liefert die APA auch Fotos, Infographiken oder Videos (z.B. für Webportale oder Infoscreens.)

Im so genannten Newsroom (ein Großraumbüro, welches Platz für bis zu 180 Mitarbeiter bietet) erlebten wir dann hautnah, wie in der APA gearbeitet wird: die einzelnen Ressorts sitzen in kleinen Arbeitsgruppen zusammen, das Großraumbüro bietet die Möglichkeit des gegenseitigen Austausches.

Alles in allem erlangten wir durch diese Führung einen interessanten Blick hinter die Kulissen der APA.

Die richtige Medienausbildung

Geschrieben von Ruben am 17. May 2008 | Abgelegt unter Medientage

Der ideale Weg um am nicht allzu rosigen Arbeitsmarkt im Medienbereich fußfassen zu können lässt sich nicht voraussagen. Vom Praktikum oder der Lehrredaktion über eine freie Mitarbeit bis hin zu einer fix bezahlten Stelle bei einem Medium führt ein schwerer - fast ungangbarer - Weg. Um überhaupt dorthin zu kommen gibt es die unterschiedlichsten Konzepte.

Unumstößlich scheint einzig eine gute Allgemeinbildung zu sein. Der aktive Konsum von unterschiedlichen Medien mit und ohne anspruchsvoller Qualität kann natürlich nicht schaden. Ob nun ein Studium oder der Weg über eine FH Voraussetzung ist, hängt wohl mehr von der Einzelperson ab. Eine pränatale Medienpädagogik oder zumindest die Schaffung eines Bewusstseins im Kindergarten- und Volksschulalter währe nicht nur für Produzenten sondern auch für den allgemeinen Medienkonsum des Landes förderlich. Zumal - zumindest was die gesetzlichen Pflichten angeht - nicht nur die von den großen Verlagshäusern herausgegebenen Medien als solche zu behandeln sind, sondern selbst Blogger und Websitebetreiber als Medienproduzenten gelten. Zu spät zum verstehen und erlernen ist es natürlich niemals.

Wenn Fred Turnheim, Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs, bei den Jugendmedientagen einen starken Wandel des Berufsfelds des Journalisten konstatiert, dann heißt dies noch lange nicht, dass wir uns dunklen Zeiten nähern.
Die Vielzahl an Hobby und Freizeitjournalisten mit dem dringenden Bedürfnis sich mitzuteilen fordern neben einem guten Riecher für das Wesentliche nur die Stärkung bereits altbekannter Fähigkeiten.

Das Filtern von Informationen, die zuverlässige Prüfung auf Plausibilität, das Vertrauen auf zuverlässige Quellen sowie die Fähigkeit einer korrekten Recherche. Wer nicht nur auf eine Form setzt sondern für Ton, bewegtes Bild und geschriebenen Text gleichermaßen Umsetzungsfähigkeiten bildet, dürfte gute Chancen im Berufsfeld des Journalismus haben.

Monika Oelz - cafebabel.com - europäische Medien

Geschrieben von Shoka am 14. May 2008 | Abgelegt unter medienmesse

Monika Oelz von cafebabel über Medienentwicklung, Chancen in Europa und natürlich cafebabel im Allgemeinen.

Kannst du kurz Cafebabel vorstellen?
Cafebabel.com ist ein Europamagazin in 6 Sprachen im Internet: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch. Ein europäisches Online-Medium, das aus einem Netzwerk von über 1000 ehrenamtlichen Mitarbeitern und 25 Lokalredaktionen in ganz Europa besteht. Als Plattform für partizipativen Journalismus bzw. Graswurzeljournalismus will cafebabel.com so viele Leser wie möglich in ihrer Muttersprache erreichen. Cafebabel.com verwendet einen so genannten „Pro-Am“ Journalismus. Der Begriff kommt aus den USA und steht für professional-Amateur journalism: Professionelle Journalisten der Zentralredaktion in Paris bearbeiten die Artikel der Jungjournalisten aus ganz Europa und sichern dadurch die Einhaltung unserer Qualitätsstandards. Im Jahre 2001 gegründet, publiziert cafebabel.com heute wöchentlich ca. 15-20 Artikel in sechs Sprachen und wird von Menschen aus ganz Europa besucht. Cafebabel.com hat bereits eine Plattform für Leser, die über Grenzen hinweg denken, geschaffen: Zum einem über das 6sprachige Europamagazin, in welchem alle Artikel eine europäische Perspektive aufweisen. Zum anderen versucht cafebabel.com mit Hilfe seiner E-Community eine grenzüberschreitende Debatte zu aktuellen Themen anzuregen…

Das Erfolgsrezept von cafebabel.com liegt meiner Ansicht nach in den Themen und Aufmachung der Artikel: Die Redakteure privilegieren einen frischen Ton, der nicht das institutionelle Europa, sondern ein Europa der Bürger wiedergeben möchte. Die Entwicklung von cafebabel.com hin zu einem „Web 2.0“ Medium bezieht die Leser in die Gestaltung des Magazins ein: Über die E-Community werden die Leser aktiv und regen europaweite Diskussionen an.

Warum habt ihr euch dazu entschieden an der Jugendmedienmesse teilzunehmen?
Um uns einem österreichischen jungen medieninteressierten Publikum zu präsentieren.

Wie schätzt du die Medienlandschaft in Österreich ein?
Sehr konzentriert, „Medienbarone“ die mehrere Medien zugleich besitzen, lässt nur wenig Möglichkeiten an medieninteressierte Menschen sich zu beteiligen.

Da du ja in Frankreich bist, wie würdest du die französischen Medien mit den österreichischen vergleichen?
In Frankreich befindet sich die Printpresse in der Krise, völlig andere Kultur des Journalismus, Zugang ist viel kontrollierter in Frankreich, Ausbildung fix und nicht offen wie in Österreich - > europäische Medien wie cafebabel.com können das ausgleichen – und ein Angebot schaffen, das nicht an den nationalen Markt gebunden ist.

Siehst du irgendwelche Tendenzen in den österreichischen Medien, in welche Richtung entwickelt sie sich deiner Ansicht nach?
Polarisierung zwischen Qualitätsjournalismus (Printmedien wie „Der Standard“, „Die Presse“) und Boulevardmedien (Kronenzeitung, Oesterreich, „ORF immer mehr“ …) – ich sehe in Österreich kaum mehr Platz f. Qualitätsjournalismus, da der drang zur Quote zu hoch ist – in Frankreich haben wir im Printsektor ein ähnliches Problem, Le Monde und Liberation kämpfen gegen Leserschwund … deswegen brauchen wir europäische Medien.

Was erwartest du dir von der Messe?
Austausch mit jungen medieninteressierten Menschen – Stand cafebabel.com, hoffe ein repräsentatives Angebot der österreichischen Medienlandschaft vorzufinden; Kontaktaufnahme mit Menschen die sich nicht mit nationalem Medienangebot begnügen wollen, Input für unsere Arbeit in Paris

Welche Möglichkeiten bietet Cafebabel an?
Cafebabel.com bietet allen medieninteressierten Menschen an sich journalistisch zu betätigen, für das Magazin zu schreiben, in sechs Sprachen zu übersetzen, in einem europäischen, mehrsprachigen Netzwerk aktiv zu sein, Debatten zu organisieren, an Debatten teilzunehmen, sich auszutauschen, echten Europajournalismus zu praktizieren mit der Teilnahme an Projekten wie Europe on the ground (jedes Monat schicken wir 5 Journalisten f. vier Tage in eine europäische Stadt, um eine Reportage zu schreiben, wir decken die Transportkosten (Flug), Unterkunft und Kosten während des Aufenthaltes und vermitteln Kontakte über unser Team vor Ort)

Was war dein Beweggrund selbst aktiv zu werden und welchen Tipp hättest du für junge Menschen die in der Medienlandschaft anfangen wollen?
Interesse an Europajournalismus bei Publizistik-Studium in Wien, Erasmus-Aufenthalt in Frankreich, Interesse an das gelebte und nicht institutionelle Europa, von dem die nationalen Medien leider selten sprechen, cafebabel.com ist ein generationelles Medium, Medium der Eurogeneration, der ersten Generation, die Europa im Alltag lebt!
Tipps: Sich einzubringen, keine Angst zu haben, sich selbst kennen zu lernen, um seine Stärken bestens einzusetzen in der europäischen Medienlandschaft.

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